How to ruin my biz: Step 1
Oder: Was es braucht …
… um sein Unternehmen erfolgreich an die Wand zu fahren? Nicht sehr viel. Und weil ich so viele Beispiele dazu habe, möchte ich hier eine kleine Serie dazu starten.
Des Öfteren übernehme ich als Beraterin aus dem Wifi-Pool geförderte Aufträge zum Thema „Unternehmenssicherung“. Da gibt’s 4 Stunden Beratung gratis, nur die Umsatzsteuer ist zu zahlen. Das Ziel ist in der Beratungszeit festzustellen, wo es im Unternehmen happert, warum es eckt und grammelt und ob es noch Möglichkeiten gibt, das ganze wieder in Schwung zu bringen. Und wenn nicht – welche Wege gibt es, da halbwegs unbeschadet wieder raus zu kommen. Und vor allem ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen! Alles in allem ein sehr schön geschnürtes Paket und in den 4 Stunden kann man doch meist viel mehr als erwartet aufarbeiten zum Thema Restrukturierung und notwendige weitere Schritte.
Die meisten meiner Kunden „aus dieser Ecke“ sind KleinstunternehmerInnen, die ihr gesamtes Business noch allein leiten und 1-5 Mitarbeiter beschäftigen (wenn überhaupt). Wenn ich so einen Auftrag über das Wifi nun erhalte, ist die Vorgehensweise relativ einfach. Ich kontaktiere den Kunden, um mich vorzustellen – und da fängts auch schon an. Manche UnternehmerInnen sind einfach tagelang nicht erreichbar. Heben nicht ab, haben im besten Fall noch eine Mobilbox, auf der ich eine Nachricht hinterlassen kann, rufen dann aber nicht zurück. Nur zur Info: in der Förderungsbewilligung wird der Kunde aufgefordert, sich aktiv zu melden.
Üblicherweise versuche ich in solchen Fällen 3x den Kunden zu kontaktieren. Interessanterweise dürfte das so eine magische Zahl sein, weil dann klappts doch.
Was aber wirklich erstaunlich ist, ist die Aussage des Kunden dann: „Ich war zu beschäftigt, mein Unternehmen zu leiten, um mich um die Beratung zu kümmern.“
Hm, spannend! Ich leite mein Unternehmen und komme an den Punkt, an dem ich erkenne, dass ich Hilfe brauche – aber dann bin ich zu beschäftigt, um diese Hilfe in Anspruch zu nehmen? Dazu fällt mir eine schöne Geschichte ein:
Als ein Mann im Wald spazieren geht, kommt er an einer Lichtung vorbei, wo ein Waldarbeiter gerade Holz hackt. Er sieht ihm eine Weile zu und bemerkt dabei, dass der arme Mann sich recht abrackert, müht und plagt. Und das nur, weil seine Axt recht stumpf zu sein scheint. Schließlich gibt er sich einen Ruck und spricht ihn an: „Hallo! Ihre Axt ist ja total stumpf, warum schärfen Sie sie denn nicht?“ Der Holzfäller sieht nur kurz auf und antwortet völlig außer Atem: „Die Axt schärfen? Ausgeschlossen, ich muss noch soviel Holz hacken, dafür hab ich echt keine Zeit.“
J
Liebe Grüße,
Sabine Weiss
Ps: Wenn Sie Fragen zu geförderten Beratungen haben, kontaktieren Sie mich!
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Hallo Sabine!
Da gibt es ein Zitat passend zu deinem Beitrag - ich denke, es war von Abraham Lincoln:
Wenn ich 8 Stunden Zeit zum Holz sägen hätte, würde ich davon 6 Stunde verwenden, um die Säge zu schärfen.