kickstart! zum Erfolg

Fachblog für UnternehmerInnen von Mag. Sabine Weiss

Archive for August, 2009

How to ruin my biz: Blindflug!

Oder: warum es gut ist, ein wenig Monk zu sein ;-)

 

Kürzlich wurde ich erneut mit der Begleitung einer Einzelunternehmerin beauftragt. Der Geschäftsgegenstand war Einzelhandel, der Unternehmenssitz in der Wiener Innenstadt. Die Inhaberin gibt massive Umsatzprobleme an und meint, dass sie auf der jetzigen Basis die nächsten Monate nicht mehr überstehen wird. Ihr Wunsch ist, dass ich vorbei komme und ihre Warenpräsentation begutachte. Sie hofft, über verbesserte Schaustellung mehr Umsatz zu erzielen.

 

Erfahrungsgemäß ist selten der Umsatz das Problem, sondern die dahinter liegende Aufwandstruktur des Unternehmens. Aus Effizienzgründen ersuche ich meine Kunden daher schon zum ersten Gespräch eine Aufstellung der monatlichen Umsätze sowie der Fixkosten mitzubringen.

 

Diese Kundin ist aber anders. Sie ist Einnahmen-Ausgaben-Rechnerin und gibt an, ihre Belege monatlich dem Steuerberater zu übermitteln, um alles weitere kümmere er sich. Mehrmaliges gezieltes Nachfragen meinerseits ergibt, dass sie weder ihren durchschnittlichen monatlichen Umsatz noch ihre Fixkosten kennt. Und ich spreche hier nicht von „nur ungefähr“, sondern wirklich – nada, nichts, gar kein Überblick.

 

Ja, so manchem Leser wird’s spätestens an dieser Stelle die Schuhe ausziehen! Vielleicht wollen Sie es an dieser Stelle mal probieren? Was schon hilfreich wäre:

Monatlicher Umsatz? Wareneinsatz dafür? Personalaufwand? Miete für Geschäftslokal? Versicherungen? Leasingraten fürs Firmenauto? Üblicherweise sind das die größten Brocken. Was die wenigsten wissen: Im Falle einer strafgerichtlichen Verfolgung (zB wegen grob fahrlässiger Gläubigerbeinträchtigung) wird auch begutachtet, welche internen Kontrollmechanismen der Geschäftsführer eingesetzt hat, um laufend den Überblick über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zu behalten. Wichtig hierbei – nach aktuellen Gerichtsentscheidungen zählt nicht nur die korrekte Führung der Buchhaltung sondern auch, ob sich die Geschäftsleitung tatsächlich damit auseinandergesetzt hat!

 

 

Auch Unternehmen, die keine doppelte Buchhaltung führen, können sich hierbei helfen:

 

  • Sehr empfehlenswert ist zB das Führen einer einfachen Tabelle (zB im Excel) mit monatlichen Einnahmen und Ausgaben.
  • Sofern Zahlungsziele vergeben werden ist auch eine Liste mit offenen Forderungen sehr hilfreich.
  • Wer noch Zugriff darauf hat, es gab eine 1997 eine Version von MS Money, die mit MS Office automatisch mitgeliefert wurde. Man erfasst sämtliche Konten (auch bar, Kredit, etc) und führt alle Bewegungen an. Besonders praktisch, das Programm bietet gleich statistische Auswertungen an. Die letzte mir bekannte Version ist MS Money 2000, die aus User-Sicht beste Variante ist Money 99 ;-)
  • Fragen Sie einfach Ihren Steuerberater/Buchhalter, welche einfachen (und kostengünstigen) Varianten der monatlichen Info er Ihnen zukommen lassen kann!

 

Man muss nicht penibel wie Monk sein, um ein Unternehmen zu leiten. Es macht durchaus Sinn, gewisse Aufgaben zu outsourcen. Ein Schiff ohne Ruder zu steuern wird aber auch schwer, oder? ,-)

 

 

Liebe Grüße!

Sabine Weiss

www.kickstart.at

  

 

 

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